Hund adoptieren:
Unser 7-Schritte-Vermittlungsablauf

Viele unserer Hunde befinden sich in Deutschland. Hier haben wir einen 7-schrittigen Vermittlungsablauf, bei denen das Kennenlernen der Hunde in ihrem gewohnten Umfeld ein Muss ist. Hunde aus dem Ausland vermitteln wir über Pflegestellen oder (bei Welpen oder Hunden, die wir selbst kennenlernen durften) auch als Direktvermittlung. In diesem Fall entfällt das Telefonieren mit einer Pflegestelle und das Kennenlernen vor Ort, stattdessen wird der Hund von einem Transporter abgeholt.

Vermittlungsablauf für einen Hund auf Pflegestelle

Hund adoptieren Vermittlungsablauf in 7 Schritten

1. Die Selbst­auskunft

Habt ihr auf unserer Seite einen Vierbeiner entdeckt, der euer Herz höher schlagen lässt? Dann füllt bitte als Erstes unsere Selbstauskunft aus.

Wir verstehen absolut, dass ihr am liebsten sofort zum Telefon greifen würdet, um uns eure Freude mitzuteilen. Dass der Adoptionsprozess jedoch ausnahmslos mit diesem Formular startet, hat wichtige Gründe: 

Jede Vermittlung startet mit einer ausgefüllten Selbstauskunft!
Wir wissen, wie frustrierend es ist, wenn man uns telefonisch nicht erreicht. Aber bei uns arbeitet das gesamte Team – inklusive der Vorsitzenden – ehrenamtlich. Das bedeutet: Wir kümmern uns nach Feierabend um den Tierschutz – neben Job, Familie und Alltag.

Ein Telefonat „zwischen Tür und Angel“ wäre weder fair noch objektiv. Stattdessen nehmen wir uns gezielt Zeit, um alle Selbstauskünfte sorgfältig zu lesen – so behandeln wir alle Interessent:innen gleich.

Auch wenn die Fragen in der Selbstauskunft auf den ersten Blick viel erscheinen: Jeder Punkt hilft uns, den passenden Hund für euch zu finden – und umgekehrt. Denn nichts ist schlimmer, als eine Vermittlung, die am Ende doch nicht passt.

Mit etwas Geduld profitieren am Ende alle – Mensch und Tier.

Wie in jedem Ehrenamt haben wir natürlich nicht jeden Tag Zeit, uns diesem zu widmen.

Grundsätzlich gilt: Je nach Hund kannst du mit einer Antwort zwischen durchschnittlich 2-5 Tagen rechnen.

Manche Hunde erhalten sehr viele Anfragen und es dauert ein bisschen, bis wir alle durchgearbeitet haben.

Deshalb bitten wir euch – trotz aller Aufregung und Vorfreude – um ein bisschen Geduld, sollten wir mal ein paar Tage länger benötigen, um zu antworten.

Wir wissen: Die Wartezeit ist schrecklich und man kann eine Rückmeldung kaum erwarten.
Aber bitte habt Verständnis für unsere Mitarbeiterinnen.


Wir versprechen euch: Wir geben unser Bestes, allen Adoptionsanfragen so schnell wie möglich nachzukommen!

Bitte seid uns auch nicht böse, sollte die Rückmeldung enttäuschend ausfallen.
Wenn ihr eine Absage erhaltet, hat das in den meisten Fällen nichts mit euch persönlich zu tun sondern damit, dass einfach jemand die passenderen Lebensumstände für den Hund hatte.

Manch ein Vierbeiner fühlt sich z. B. auf dem Land wohler – dann bevorzugen wir dieses Zuhause gegenüber einer städtischen Umgebung.

Um Enttäuschungen zu vermeiden, empfehlen wir euch daher:
Lest die Beschreibungen der Hunde sorgfältig.
Oft steht dort schon, welche Anforderungen an die neue Familie gestellt werden.

Tipp:
Steht im Inserat, der Hund benötigt eine sichere und konsequente Führung, ist das meistens gleichbedeutend mit „nicht anfängergeeignet“

Wir versuchen immer, fair zu entscheiden – zum Wohl des Hundes.

Das bedeutet: Wir wählen nicht die Person mit dem größten Garten oder der meisten Hundeerfahrung sondern die, die mit Motivation, Herz und Verstand überzeugt.

Auch Anfänger:innen haben bei uns gute Chancen – wenn sie zeigen, dass sie bereit sind, sich wirklich auf den Hund einzulassen.

👉 Eure Selbstauskunft zählt!

Nehmt euch Zeit, beantwortet die Fragen sorgfältig und schreibt auch etwas Persönliches über euch und geht auf die Charaktereigenschaftes des Hundes ein, welche wir im Inserat hervorbringen.

Denn wir sehen sofort, wer sich wirklich Gedanken gemacht hat oder wer etwas unüberlegt abgeschickt hat.

Es hilft uns, eure Lebenssituation vorab einzuschätzen und zu prüfen, ob der gewählte Hund wirklich zu eurem Alltag passt.

2. Erstgespräch mit der Vermittlerin

Ist eure Selbstauskunft aussagekräftig und passt euer Profil zu den Bedürfnissen des Hundes? Dann meldet sich eine unserer Vermittlerinnen telefonisch bei euch. Falls wir euch nicht erreichen, vereinbaren wir einen Termin per E-Mail.

In diesem ersten Telefonat erfahrt ihr noch mehr Details über den Charakter eures Wunschhundes. Gleichzeitig lernen wir euch besser kennen. Das Ziel ist ein ehrlicher Austausch: Wir harmonieren die Bedürfnisse des Hundes mit euren Erwartungen. Zudem erläutern wir euch unsere Vermittlungsbedingungen und die weiteren Schritte im Prozess.

3. Telefonat mit der Pflegestelle

Wenn nach dem Erstgespräch alles passt, folgt ein weiteres wichtiges Telefonat – diesmal direkt mit der aktuellen Pflegestelle.

Niemand kennt den Hund so gut wie die Menschen, die ihn im Alltag begleiten. Die Pflegestelle berichtet euch aus erster Hand über:

  • Das aktuelle Wesen und Verhalten im Haus.

  • Die Interaktion mit anderen Tieren oder Kindern.

  • Kleine Macken oder besondere Stärken.

Dieses Gespräch bietet euch eine wertvolle Entscheidungshilfe. Auch hier ist uns Ehrlichkeit auf beiden Seiten wichtig, damit die Vermittlung für alle Beteiligten ein Erfolg wird.

4. Die Vorkontrolle: Ein Kennenlernen vor Ort

Wir als Tierschutzverein setzen alles daran, unseren Schützlingen ein sicheres, liebevolles Zuhause zu ermöglichen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vorkontrolle. Selbstauskunft und Telefonate geben uns erste Eindrücke, doch das persönliche Kennenlernen bei dir vor Ort ist unverzichtbar.

Eine von uns geschulte Person besucht dich zu Hause und schaut sich in Ruhe alles an. Wir prüfen zum Beispiel, ob der Garten sicher eingezäunt ist. Die Kontrolle dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Sie ist kein Verhör, sondern ein Kennenlernen auf Augenhöhe und dient dem Schutz des Tieres.

5. Das persönliche Kennenlernen

Bevor ein Hund bei dir einziehen darf, ist ein Besuch bei der Pflegestelle immer verpflichtend. So können wir gemeinsam schauen, ob die Chemie zwischen euch wirklich stimmt.

Vor Ort hast du die Möglichkeit, unseren Schützling in aller Ruhe kennenzulernen:

  • Ihr unternehmt einen gemeinsamen Spaziergang.

  • Ihr verbringt Zeit im Garten zum gegenseitigen Beschnuppern.

  • Du kannst beobachten, wie der Hund auf dich reagiert – und umgekehrt.

Hast du bereits einen Ersthund? Dann bring ihn bitte unbedingt zum Kennenlernen mit. So sehen wir sofort, ob die Kommunikation zwischen den Hunden harmoniert.

6. Schutzvertrag & Schutzgebühr

Warum wir Eigentümer der Hunde bleiben

Unser Schutzvertrag sorgt gelegentlich für Fragen. Die Hunde bleiben rechtlich in unserem Eigentum. Das tun wir, weil unsere Verantwortung nicht mit der Vermittlung endet. Wir möchten verhindern, dass ein Hund im Notfall ins Tierheim kommt oder unkontrolliert weiterverkauft wird. Für dich ist er längst ein Familienmitglied – formell bleibt er zu seinem eigenen Schutz in unserem Eigentum.

Die Schutzgebühr – kein Verkaufspreis!

Die Gebühr liegt je nach Hund zwischen 300 und 650 Euro. Wir arbeiten hier mit einer Mischkalkulation:

  • Solidarität: Junge und gesunde Hunde finanzieren die hohen Tierarztkosten unserer Notfälle und Gnadenplatzhunde mit.

  • Sicherheitsfaktor: Die Gebühr filtert Interessenten heraus, die sich der laufenden Kosten eines Hundes bewusst sind.

  • ❗ Hinweis: Verhandlungen oder Ratenzahlungen sind ausgeschlossen.

7. Austausch & Nachkontrolle

Die Adoption ist für uns kein Abschied, sondern ein neuer Anfang. Auch nach der Vermittlung stehen wir dir unterstützend zur Seite.

  • Wir bleiben in Kontakt: Wir freuen uns riesig über Fotos und Berichte. Zu sehen, wie sich unsere Schützlinge entwickeln, ist der schönste Teil unserer Arbeit.

  • Die Nachkontrolle: Wie bei fast allen Tierschutzvereinen ist eine Nachkontrolle fester Bestandteil. Eine Kollegin besucht dich nach Terminabsprache, um sicherzustellen, dass es Hund und Mensch gut geht.

  • Beratung: Bei Fragen zu Verhalten, Ernährung oder Gesundheit kannst du dich jederzeit an uns wenden. Unser Team aus Trainern und erfahrenen Tierschützern hilft dir gerne weiter.

Wichtige Verantwortung: Mit der Adoption übernimmst du die vollständige finanzielle Verantwortung für deinen Hund (Futter, Training, Tierarzt). Wir empfehlen dir dringend den Abschluss einer Hundekrankenversicherung. Sollte der Hund aus schwerwiegenden Gründen nicht bei dir bleiben können, geht er immer an uns zurück – er darf niemals ins Tierheim oder an Dritte gegeben werden.

Noch Fragen offen?

Ein Hund aus dem Tierschutz bringt manchmal kleine „Baustellen“ mit. Mit Geduld und Zeit ist das jedoch wunderbar zu meistern. Ein Hund ist ein Familienmitglied mit Ecken und Kanten – wir begleiten dich auf diesem Weg, solange du uns brauchst.

 

Schau dir auch unsere FAQ an oder kontaktiere uns gerne per Mail unter: info@hucin.de